Guerilla Music | Ryan Keen
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Ryan Keen

About This Project

„I have much to say“, singt Ryan Keen in seinem Song Orelia, und es stimmt, er hat viel zu erzählen, wahrscheinlich auch deshalb, weil er in den ersten 25 Jahren seines Lebens schon so einiges erlebt hat. Und jetzt hat er sich vorgenommen, seine Geschichten mit der Welt zu teilen. Die Chancen stehen gut, dass der Singer-Songwriter mit der warmen, sanften Stimme, dem technisch virtuosen Gitarrenspiel und dem Rucksack voller Songmaterial mit persönlichen Bekenntnissen und Beobachtungen dein neuer Lieblingskünstler wird.

Ryan wurde 1987 in Totnes in der englischen Grafschaft Devon geboren. Seine Eltern – die Mutter Sprachtherapeutin, der Vater Tiefseetaucher – setzten ihn schon früh einem abwechslungsreichen Musikmix aus: von wegweisenden Folk-Heroen wie Nick Drake, Bert Jansch und John Renbourn über Blues-Legenden wie BB King und dessen wohl berühmtesten Jünger Eric Clapton bis hin zu Buena Vista Social Club. Ryan hatte sogar eine Hip-Hop-Phase. Sein absoluter Lieblingskünstler ist allerdings John Lennon, und die ersten beiden Alben von Coldplay findet er einfach nur „genial“. Ein weiterer wichtiger Einfluss für Ryan ist die Flamenco-Musik, mit der er zum ersten Mal in Kontakt kam, als ein reisender Flamenco-Gitarrist in Totnes haltmachte. Alle diese Einflüsse sind, mal mehr, mal weniger, in Ryans Songs wiederzuerkennen.

Mit dem Ziel, seine Karriere in der Musikindustrie voranzutreiben und später entweder im Musikrecht oder im Musikmanagement tätig zu sein, studierte Ryan Commercial Music an der Westminster University. Nach einer Anstellung bei einem Musikmanagementunternehmen, das sich unter anderen um Zero 7 und David Holmes kümmerte, führte eine Reihe richtungsweisender Ereignisse dazu, dass er seinen Traum von einer Zukunft als Musiker in Angriff nahm.

„In meinem letzten Jahr an der Universität verlor ich einen guten Freund“, erklärt Ryan. „Er verstarb ganz überraschend an Herzversagen. Er war eigentlich total fit und gesund, und es geschah völlig unerwartet. Das hat mich echt mitgenommen und war eine Art Initialzündung für mich. Ich begann, Songs zu schreiben und aufzutreten. Mir wurde plötzlich bewusst, wie zerbrechlich und kurz das Leben ist. Eigentlich war ich eher der schüchterne Typ, der Angst davor hatte, vor Publikum aufzutreten. In diesem Moment allerdings wurde mir klar, dass ich diese Sache um jeden Preis durchziehen wollte. Ich erkannte, dass es jeden und zu jeder Zeit treffen kann, und so gab es keinen Grund mehr, noch weiter zu warten.“

Noch an der Uni begann er, als Solokünstler aufzutreten und Songs für andere Musiker zu schreiben. Für seinen ersten professionellen Gig stand er zusammen mit der Sängerin Lily Mckenzie auf der Bühne, und darauf folgte ein gemeinsamer Auftritt mit dem aufstrebenden Urban-Music-Star Delilah. Bei seiner ersten Solo-Show spielte er vor ganzen 20 Leuten in einem Pub in Stockwell.

„Ich war unglaublich nervös“, erinnert er sich. „So viel Lampenfieber habe ich seitdem nie wieder gehabt.“

Nachdem er eine Zeit auf offenen Bühnen aufgetreten war, begann er, zusammen mit Josh Friend von den Nordlondoner Dubstep-Helden Modestep, seine Debüt-EP Aiming For The Sun zu produzieren und aufzunehmen. Die Platte erschien Anfang 2010 und enthält neben dem gleichnamigen Titeltrack die Songs Thank You, Chasing Shadows und Primrose Hill.

„Die EP entstand in kompletter Eigenregie“, erklärt er. „Ich verkaufte ein paar hundert Kopien auf meinen Shows und konnte damit meine Karriere als Musiker vorantreiben.“

Sein nächster Schritt auf dem Weg zu einem anerkannten Musiker war der Gewinn eines Song-Wettbewerbs, der ihm einen Auftritt auf dem jährlich stattfindenden Film- und Musikfestival South by Southwest in Texas sicherte. Kurz nach seiner Performance im März 2011 unterschrieb er einen Vertrag bei Imagem, dem weltweit führenden Verlag für Independent Music, und begann die Zusammenarbeit mit einem Manager, sodass er seinen Job in dem hippen Schuhladen Author an den Nagel hängen konnte.

Im Oktober desselben Jahres wurde er eingeladen zusammen mit der neuen Acoustic-Sensation Ed Sheeran auf Tour zu gehen. Wie auch Ryan zugibt, war das die erste Gelegenheit, seine Musik einem breiten Publikum zu präsentieren. Das Problem: Drei Wochen vor Tourauftakt durchtrennte sich Ryan die Sehnen seiner rechten Hand, als er versuchte, eine Weinflasche ohne Korkenzieher zu öffnen.

„Die ganze Sache ging voll daneben: Die Flasche zerbrach, und das Glas zerschnitt mir das Handgelenk bis auf den Knochen“, beschreibt Ryan den Vorfall. „Es hätte wirklich nicht schlimmer kommen können. Ich wurde sofort in die Notaufnahme in Homerton gebracht. Ironischerweise passierte das Unglück am ersten Abend in meiner eigenen Wohnung in Dalston. Davor hatte ich ein ganzes Jahr lang bei verschiedenen Freunden gewohnt, weil ich mir keine Miete leisten konnte. Nachdem ich den Vertrag mit Imagem unterschrieb, konnte ich mir mit dem Geld endlich ein eigenes Heim leisten. Am nächsten Tag sollte ich eigentlich ins Studio gehen und an meiner nächsten EP arbeiten, aber stattdessen landete ich im Krankenhaus. Dort musste erst mal die Blutung gestoppt werden. Es war schrecklich, wie in einem Horrorfilm, in dem das Blut in hohem Bogen aus den Wunden spritzt. Zuerst wurde ein explorativer Eingriff durchgeführt, am nächsten Tag konnten die Sehnen dann operativ vernäht werden. Ich bekam einen Gips, und nachdem das Morphin nachgelassen hatte, schickte man mich nach Hause.“

Glücklicherweise stand Ryan ein äußerst kompetenter Physiotherapeut zur Seite. Mit dessen Hilfe, und einem modifizierten Gips an seiner rechten Hand, schaffte er es tatsächlich, wieder Gitarre zu spielen und entgegen allen Erwartungen, mit Sheeran auf Tour zu gehen, wodurch seine Fangemeinde erheblich anwuchs.

Im Januar 2012 konnte er dann endlich die Arbeit an seiner zweiten EP Focus mit dem gleichnamigen Titeltrack und den Songs Orelia, See Me Now und In My Mind abschließen. Der Titeltrack wurde von einem Stop-Motion-Video begleitet, das sein Freund Andy Shackleford produzierte, der bereits ähnliche Projekte für Postman Pat und Fireman Sam realisiert hatte. Das Projekt wurde bei den Limelight Video Awards als Best Music Video ausgezeichnet.

Die neue EP öffnete ihm die Türen zu den wichtigsten Festivals des Sommers 2012, auf denen Ryan das Publikum begeisterte und die Nächte in seinem VW-Bus verbachte, den er mit einem Sound-System und einem großen Klappbett aufgemotzt hatte. Das passte voll und ganz in das Bild, das die Öffentlichkeit von dem abgehärteten Ryan hat, der früher an der Südwestküste Englands surfte und Kampsportarten trainierte.

2012 spielte Ryan als Support-Act von Plan B auf dem iTunes Festival, wo er der einzige Künstler ohne Plattenvertrag war, der im Rahmen des 30-tägigen Events auftrat. Außerdem nahm er eine Live-EP namens Back To The Ocean auf. Der Song Reflections In The Water auf dieser EP ist ein Duett mit Newton Faulkner, der ihn nach der Zusammenarbeit als Special-Guest auf seine Tour einlud. Nach einer Solo-Tour supportete er Leona Lewis und trat sogar in der Royal Albert Hall in London auf.

 

„Das war kaum fassbar“, lacht er, „an einem solch renommierten Ort zu spielen, wo schon viele meiner Helden aufgetreten sind.“

 

Nach einem wahren Konzertmarathon mit 260 Gigs im kann Ryan heute auf eine beträchtliche Fangemeinde blicken. Modestep verarbeitete seine Songs in Remixen, und auf der Single von Rapper Benny Banks hatte Ryan einen Gastauftritt. Zu seinen Twitter-Followern zählen Musikerkollegen wie Ed Sheeran und Harry Styles, und auch auf BBC Radio 1 erhält Ryan kräftigen Support. Außerdem hat er bereits mit einigen der wichtigsten Künstler und Produzenten zusammengearbeitet: The Nexus (Lana Del Rey), Craze ‘n’ Hoax (Emeli Sandé), Fink (John Legend, Pro Green) und Dan Dare (Maverick Sabre, Wretch 32).

 

So konnte er auch endlich Deutschland für sich entdecken, als er im März als Supportact für Sunrise Avenue hier tourte. Gleich im Anschluss der Sunrise Avenue Tour konnte Ryan als Support für Tom Odell nochmals hier im Lande die Zuschauer begeistern und sicherte sich damit seine ersten deutschen Fans.

 

Ryans Leben könnte im Moment eigentlich kaum besser laufen. Trotzdem wohnt seiner Musik nach wie vor eine wunderbar düster-melancholische Grundstimmung inne, und seine Lyrics speisen sich weiterhin aus Tagebucheinträgen und haben therapeutischen Charakter.

 

„Meine Songs können schon introspektiv sein“, stimmt er zu. „Ich habe ja mit der Musik angefangen, nachdem mein Freund ums Leben gekommen war. Das hat mich wirklich hart getroffen. Nichtsdestotrotz versuche ich immer, mit Optimismus an den Schreibprozess zu gehen.“ Als Beispiel führt er den Text zu Aiming For The Sun an: „I’ll keep aiming for the sun so that my shadows fall behind.“ „Ich versuche immer, die positiven Seiten hervorzuheben“, sagt er, „auch wenn die Thematik eher düster ist.“

 

Auf seinem Debütalbum Room For Light, das Ryan selbst finanziert und größtenteils in einem kleinen Schuppen in seinem Garten aufgenommen hat, erkundet der junge Sänger die Licht- und Schattenseiten des Lebens und der Liebe. Die Stücke auf der neuen Platte beeindrucken einerseits mit bemerkenswert ausgefeilten Arrangements und andererseits durch Ryans intimen Gesangs- und Gitarrenstil – so hört man, wie er Luft holt und mit den Fingern über das Griffbrett schrammt.

Die Songs sind ruhig und abwechslungsreich gestaltet. Im Eröffnungstrack Know About Me dominieren Ryans außergewöhnliches Gitarrenspiel und sein rauchiger, beruhigender Bariton. Fans von Künstlern wie John Martyn und Ray Lamontagne werden an diesem Track große Freude haben. Im weiteren Verlauf des Songs wird die Gitarre durch Keyboard und Streicher ergänzt, was dem Stück eine gewisse Fülle verleiht. Skin And Bones ist ein weiterer stattlich arrangierter Titel, der fast schon coldplay-ish erscheint und Ryan weniger in der Rolle des Troubadours, sondern mehr als Frontmann einer stadienfüllenden Band präsentiert. See Me Now beginnt mit Electro-Ambient-Effekten und verfügt über einen einprägsamen, markanten Refrain. Old Scars wiederum vereint persönliche Lyrics, ansteckende Melodien und ein vielschichtiges Arrangement aus Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und Backing-Vocals zu einem Stück über Erinnerungen und Verlust.

Trouble, eine schwungvolle, bluesige Nummer mit Clapton-Anleihen, hätte die B-Seite der Vinyl-Edition perfekt eingeläutet. All This Time ist ein bewegender Titel, der besonders mit seinem Reverb Ryans Gefühl von bedrückender Einsamkeit in Noten gießt. Body Over Mind weist eine ungewöhnliche Struktur und einen linearen, jazzigen Rhythmus auf, den Ryan mit Nuancen von Tim Buckleys Greetings from LA garniert. „I’m haunted by trouble“ verkündet Ryan in When The Day Breaks, und auch wenn die harmonische Wendung in der Mitte des Songs für einen ernsteren Ton sorgt, findet er mit diesem Stück einen optimistischen Abschluss für das Album.

Der Titel des Album, Room For Light, entstammt einer Zeile der Single-Auskopplung Skin And Bones: „A darker place has more room for light“. Prestigeträchtige Shows wie die seiner Oktobertour, auf der er unter anderem im Londoner Scala auftrat, und die Veröffentlichung seines Debütalbums geben Ryan jeden Grund, voller Zuversicht in die Zukunft zu schauen.

 

Paul Lester

Juli 2013

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Artists